Santorin


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Auf der Suche nach dem sagenumwobenen, vor langer Zeit im Meer versunkenen Atlantis stieß man auch bald auf Santorin. Santorin war bereits vor mehr als 4.000 Jahren. Zunächst in einfachen Siedlungen mit Hirten und Fischern, die später von den Minoern vertreiben wurden, deren Hauptort bei Akrotiri durch den großen Vulkanausbruch im Jahre 1450 v.Chr. Der riesige Kegel im Zentrum der Insel brach auseinander und in die neue entstandene Bucht strömte das Meer ein. Der enorme Asche- und Bimssteinregen zog bis auf die Insel Kreta hinüber und setzte der Kultur der Minoer ein abruptes Ende. Die imposante Steilküste an der Westflanke der Hauptinsel Thira war einst der innere Kraterrand des Vulkans. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte kam es bis in die Neuzeit um 1711 immer wieder zu neuen Vulkanausbrüchen und so entstanden im Zentrum der Bucht von Santorin neue kleine Inselchen die Nea und Paläa Kaimeni mit einigen Vulkanschloten, der jüngste davon – Dafni – zwischen 1925 und 1926. Die Vulkantätigkeit ist auf Nea Kaimeni bis heute noch nicht völlig zur Ruhe gekommen. Sensationell war im letzten Jahrhundert die Entdeckung einer völlig unter der Vulkanasche verschütteten, minoischen Siedlung mit gut erhaltenen Fresken und Keramiken.

Der Faszination, die von der Stadt Fira mit ihren weißgetünchten Häusern und blauen Kuppeln byzantinischer Kirchen, die spätnachmittags im goldenen Sonnenlicht hoch über dem schwarzen Felsrand zu schweben scheint, kann sich kaum ein Besucher entziehen. Den Weg die 600 Steinstufen kann man mit einem der Esel zurücklegen, neuerdings führt auch eine Seilbahn hinauf. Allerdings findet man dort oben kaum ein ruhiges Plätzchen. Die zahlreichen Kreuzfahrtschiffe, die in der Bucht vor Anker gehen, spucken Massen von Touristen, und für Pauschalreisende dient der Flughafen südwestlich von Fira als Einfallstor. Ruhiger geht es weiter nordwärts zu. Auf einem Fußweg am Kraterrand entlang stößt man auf zwei Dörfer, Firostephani und Imerovigli, die für ihre traditionellen Bauweise mit den tonnenfrömigen Dächern, Skafta genannt, bekannt sind. Im malerischen Fischerdorf Oia schließlich, das 1956 durch ein Erdbeben teilweise zerstört und wieder aufgebaut wurde, kann man herrliche Sonnenuntergänge genießen. An der Südwestküste liegt ein schwarzer Sandstrand vor den Orten Kamari und Perissa. Daizwischen das antike Thira mit seinem Theater und den berühmten Mosaiken. Am Berg des Profititis Ilias, mit seinen 566m ü. NN der höchste Punkt der Insel, liegt das gleichnamige griechisch-orthodoxe Kloster.

Seit dem Januar 2011 hat die seismische Aktivität des Inselarchipels von Santorin wieder zugenommen und als Folge hat sich die Insel um bis zu 9cm aufgewölbt. Vulkanologen rechnen in absehbarer Zeit mit einem neuen Vulkanausbruch. Das sollte Touristen aber nicht von einem Besuch Santorins abschrecken. Ein dichtes Netz aus zehn seismischen Messstationen und 20 GPS-Punkten überzieht den Archipel, sodass rechtzeitig vor einem kommenden Ausbruch gewarnt werden kann.