Rhodos


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In Rhodos landet man entweder auf der Piste des Flughafens, die parallel zum lärmgeplagten Dorf, ironischer Weise mit dem Namen Paradisi, um dann die Flucht nordwärts Richtung Rhodos-Stadt und weiter zu den Bettenburgen und Sandstränden an der Nordostküste zu ergreifen. Oder man nähert sich Rhodos mit dem Schiff: Dann empfängt einen die unverwechselbare Kulisse mit den mächtigen Stadtmauern, den Minaretten, dem Großmeisterpalast und die drei Windmühlen auf dem Pier und die beiden bronzenen Platoni, ein Hirsch und eine Hirschkuh auf steinernen Säulen an der Einfahrt zum Mandraki-Hafen. Hier soll einst auch der mächtige Koloss von Rhodos gestanden haben, eines der sieben Weltwunder der Antike.

Ab 1309 haben die Kreuzritter des Johanniterordens Rhodos besetzt und das Stadtbild bis heute geprägt. Sieben der mächtigen Stadttore sind erhalten geblieben. Der Großmeisterpalast wurde zwar 1856 durch eine Explosion zerstört, 83 Jahre später aber von den Italienern wieder aufgebaut. Vor dem Palast führt die Straße der Ritter vorbei an den acht Herbergen, in denen jeweils die Ritter der verschiedenen Nationalitäten auf ihrem Weg nach Jerusalem Quartier nahmen. Im Ordenshospital ist heute das Archäologische Museum untergebracht und gegenüber in der Kathedrale der Ritter das Byzantinische Museum. An die Zeit der Türkenherrschaft erinnern die Syleman-Moschee und das Hammam, ein türkisches Bad. Auch heute noch lebt noch eine muslimische Minderheit in Rhodos-Stadt. An das alte Jüdische Viertel dagegen erinnert nur noch der Märtyrerplatz mit seinem Seepferdchen-Brunnen. Hier trieben die deutschen Besatzer im 2.Weltkrieg die jüdischen Bewohner zusammen, um sie in die Vernichtungslager zu deportieren. Die Altstadt von Rhodos sollte man in den frühen Morgenstunden oder abends besuchen, denn tagsüber schieben sich während der Saison zigtausende Touristen durch die Gassen.

Etwas ruhiger geht es in Lindos zu, obwohl dort unterhalb der Stadt an der sichelförmigen Bucht mit ihrem Traumstrand auch längst der Massentourismus Fuß gefasst hat. Lindos war bereits in der Antike eine der bedeutendsten Handelsstädte im östlichen Mittelmeerraum. Hoch über den engen Gassen mit ihren schneeweiß getünchten Häusern erhebt sich auf einem Bergrücken die Akropolis mit den Säulen des Athene-Tempels, die die Johanniter mit mächtigen Mauern zu einer Burgfestung ausbauten. Jenseits der Burg öffnet sich der Naturhafen, hier soll einst der Apostel Paulus an Land gegangen sein.

Weitere Höhepunkte einer Rhodos-Reise ist ein Ausflug zum Tal der Schmetterlinge, die allerdings nur wenige Wochen hier zu zigtausenden umherflattern, den Ausgrabungen des antiken Kamiros und der See Epta Piges von sieben Quellen gespeist.