Meteora-Klöster


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Die Meteora-Klötser liegen östlich vom Pindosgebirge. Der griechische Name Meteorizo bedeutet „in die Höhe strebend“ – die Klöster scheinen wirklich auf den steil aufragenden Sandsteinfelsen in schwindelnder Höhe zu schweben. Hier lag in grauer Vorzeit ein riesiger See, der über das Tempetal in das Ägäische Meer abfloss, die Sandsteinfelsen sind Reste des vom Wasser abgetragenen Gebirges. Es ist heute kaum noch verstellbar, wie die Klöster im Mittelalter auf diesen Felsen entstanden. Schon das Erklimmen der senkrechten Felsen war eine bergsteigerische Meisterleistung, umso mehr, das Baumaterial für die Klöster dort hinauf zu schaffen. Bis Anfang des 20.Jahrhunderts gab es nur Strickleitern oder ratternde Seilwinden mit Netzen, in denen Vorräte und Mönche 300 bis 400m hoch gezogen wurden – eine echte Mutprobe. Erst 1922 wurden die ersten Steintreppen angelegt und Brücken gebaut, und die Klöster öffneten sich Touristen. Denn die Mönche brauchten vor allem Eintrittsgelder, um ihren kargen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Von den ehemals 24 Meteora-Klöstern sind nur noch 6 bewohnt. Die anderen Klöster wurden wegen Einsturzgefahr oder aus Nachwuchsmangel aufgegeben. Doch auch heute sollte man sich strikt an die Kleiderordnung halten: Shorts sind verboten, Frauen haben ihre Schultern zu bedecken und lange Röcke oder Kleider zu tragen. Lange Haare sind bei Männern verpönt. Die bleiben den Mönchen vorbehalten.

Außer den Klöstern sieht man hin und wieder große Löcher und Höhlen, die von asketischen Mönchen und Eremiten in den Fels gegraben wurden, denen selbst das Leben in den Klöstern zu luxuriös war. Hatten sie ihre Höhlen erreicht, dann warfen sie die Strickleitern hinunter und verbrachten ihre letzten Tage mit Beten und Fasten – oft bis zum Hungertod.

Auch die wenigen Mönche des Baarlam-Klosters werden ihren steil aufragenden Felsen wohl zu Lebzeiten nicht mehr verlassen. Das Kloster ist vor allem wegen seiner Ikonen und Handarbeiten berühmt. Fünf der verbliebenen Klöster sind von Mönchen bewohnt; das sechste, lange verwaiste Agios Stefanos wurde 1961 in ein Nonnenkloster umgewandelt. Die Nonnen bieten Waisenkindern Unterkunft, Erziehung und Ausbildung in praktischen Berufen.

In 613m Höhe liegt das größte der Metora-Klöster, Metamorphosis genannt. Der erste Mönch Athanasios gab ihm den Namen Megalo Meteoro, der „große Schwebende“. Heute führen 143 Steinstufen und ein in den Fels geschlagener Tunnel hinauf. In der Kirche kann man gut erhaltene, mittelalterliche Fresken bestaunen.