Kreta


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Kreta

Kreta ist mit einer Fläche von mehr als 8000qkm die größte griechische Insel. Wie ein Querriegel schirmt Kreta die Ägäis vor der nordafrikanischen Küste ab. Einige Kilometer vor der Südküste Kretas liegt die kleine Insel Gavdos, der südlichste Punkt Europas. Mehr als 100km südlicher als die nordtunesische Küste. So ist es kein Wunder, dass die Temperaturen im Sommer 45oC überschreiten können. Und bis weit in den Oktober hinein kann die Wassertemperatur rund um Kreta noch 27oC betragen. Im Frühjahr kann es im Süden „Blutstropfen“ regnen, weil die Meltimi-Winde den roten Staub aus der Sahara mitführen.

Einfallstor auf Kreta ist für die meisten Touristen die größte Stadt Heraklion oder der nahe gelegene internationale Flughafen. Heraklion ist Wirtschafts- und Industriezentrum der Insel und hat den wichtigsten Containerhafen. Außer dem venezianischen Fort am Hafen und dem Archäologischen Museum hat die Stadt Besuchern wenig zu bieten. Ganz anders das weiter westlich gelegene Rethimnon. Rund um den alten Yachthafen stehen die alten venezianischen Patrizierhäuser, die allerdings langsam verfallen, seit die Altstadt von Rethimnon zum Weltkulturerbe erklärt wurde und niemand mehr in die denkmalgeschützten Hausfassaden investieren will. Die zahlreichen gemütlichen Fischtavernen sind abends bis auf den letzten Platz besetzt. Die Nerandzes-Moschee mit ihrem Minarett prägt auch heute noch die Stadtsilhouette. Nur 25km südwestlich ragt der 2452m hohe Psiloritis empor. Man muss es erlebt haben, wenn im Frühjahr unten im Tal die Orangenernte begonnen hat vor dem schneebedeckten Gipfel des Berges. Noch etliche Kilometer weiter westlich liegt die dritte große Stadt – Chania. Hier lohnt sich ein Bummel durch die große Markthalle mit ihren zahlreichen Ständen.

Große Teile sind Nordküste Kretas weisen kies- und Sandstrände und das Hinterland ist dank häufigerer Niederschläge üppig grün im Vergleich zur kargen Südküste. Entsprechend konzentrieren sich die Touristenzentren auf den Küstenabschnitt zwischen Rethimnon und Chania, Malia östlich von Heraklion und vor allem in Agios Nikolaos am Mirabello-Golf. Wer Kreta aber wirklich kennenlernen will, der muss an die Südküste fahren oder ins Gebirgige Inselinnere aufbrechen. Zu den Höhepunkten eines Kreta-Urlaubs gehört eine Wanderung durch die 16km lange Samaria-Schlucht, die sich an den Sideroportes bis auf 3m verengt. Oder die Lasithi-Hochebene, wo unzählige kleine Windmühlen das Grundwasser auf die grünen Gemüse- und Obstfelder hieven. Oder die seit der Steinzeit bewohnten Höhlen von Matala, den Palmenstrand von Vai in der Nähe der Stadt Sitia am Ostende der Insel und die minoischen Stätten von Knossos und Phaistos.